Am 1. Juli 2018 tritt die revidierte Arbeitsvermittlungsverordnung (AVV) in Kraft und mit ihr der sogenannte Inländervorrang light. Ab 1. Juli 2018 müssen daher Arbeitgeber ihre offenen Stellen in Berufen mit überdurchschnittlich hoher Arbeitslosigkeit (Quote vorerst mehr als 8 %) den Regionalen Arbeitsvermittlungszentren (RAV) melden, bevor sie sie anderweitig ausschreiben. Die Meldung kann per Internet, Telefon oder persönlich erfolgen. Das RAV muss den Eingang der Meldung bestätigen. Während 5 Arbeitstagen nach dieser Bestätigung darf die gemeldete Stelle nicht ausgeschrieben werden. Nur das RAV und dort gemeldete Stellensuchende haben Zugriff auf die Stelleninformationen. Das RAV übermittelt dem Arbeitgeber innert dreier Kalendertage passende Dossiers oder teilt ihm mit, dass es keine gibt. Erhält der Arbeitgeber Dossiers, teilt er dem RAV mit, welche Kandidaten er als geeignet erachtet und zu einem Bewerbungsgespräch eingeladen hat, ob er einen Kandidaten angestellt hat oder ob die Stelle weiterhin offen ist.

Nicht gemeldet werden müssen Stellen, die innerhalb des Unternehmens oder der Unternehmensgruppe mit einer Person besetzt werden, die seit mindestens sechs Monaten dort tätig war, befristete Verträge mit einer Dauer von max. 14 Kalendertagen sowie Stellen, die mit einer Person besetzt werden, die mit einem Zeichnungsberechtigten verwandt ist.

Das Staatssekretariat für Wirtschaft SECO hat Ende April eine Liste derjenigen Berufe publiziert, die ab dem 1. Juli 2018 meldepflichtig sind. Diese Liste ist auf der Website arbeit.swiss ersichtlich.

Quelle: STI Schweizerisches Treuhand-Institut FH Verbandsmitteilungen IN|PUT 3|2018